Berufsbild Familienanaloge Einrichtungen - FAQ

Was bedeutet es, eine Familienanaloge Einrichtung (FaE) zu leiten?

Dieses Bild zeigt nur ein mögliches Familienmodell: drei Kinder unterschiedlichen Alters leben gemeinsam mit einem Mann und einer Frau.

Was ist das Schönste in einer FaE?

„Nach aller Anstrengung,
ist die schönste Phase,
wenn die Kinder sich zu binden beginnen.“

„Wenn das Kind am Abend im Bettkanten-Gespräch berichtet,
was es auf dem Herzen hat oder von einem schönen Moment
am Tag berichtet.“


Welche Besonderheiten bringen Kinder oder Jugendliche mit, die in FaE leben?

Kinder und Jugendliche, die in familienanalogen Einrichtungen wohnen, können mit hoher Wahrscheinlichkeit für längere Zeit nicht zu ihren Eltern zurück. (...)

Weiterlesen

Die Eltern haben meist eigene traumatische Erfahrungen gemacht und Schwierigkeiten, ihre Kinder gut zu versorgen. Die Jugendämter suchen insbesondere dann nach familienanalogen Einrichtungen, wenn die Kinder klein sind oder in ihrer Entwicklung noch viel Nähe und eine intensive Betreuung in kleinem Rahmen brauchen. Viele Kinder kommen mit mehreren Verdachtsdiagnosen. Die meisten haben Bindungsstörungen unterschiedlichen Grades und sind nicht selten traumatisiert aufgrund vorhergehender Erfahrungen. Häufige Diagnosen sind auch FAS (Fetalen Alkoholsyndrom) oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Störung). Viele der Kinder kommen bereits aus einer ambulanten Hilfe oder Kriseneinrichtungen zu uns. Zum Teil haben sie auch bereits diverse Jugendhilfe-Stationen hinter sich. In der familienanaloge Einrichtung beginnt die Arbeit mit dem Kind meist erstmal mit Ankommen, Kennenlernen und dann vielen Terminen bei Ärzten oder sozialpsychiatrischen Zentren. Die Kinder werden also von dir unterstützt, gefördert und zu den Therapien begleitet, um Entwicklungsverzögerungen oder psychischen Folgen ihrer persönlichen Geschichte entgegenwirken zu können.

Die Entscheidung, welches Kind bei dir einzieht, triffst am Ende aber in jedem Fall du!


Es wird gemeinsam mit JaKuS gGmbH eine
Betriebserlaubnis für die FaE beantragt
- was heißt das?

Eine FaE ist eine betriebserlaubnispflichtige Einrichtung. Hierzu muss bei der zuständigen Erlaubnisbehörde ein entsprechender Antrag vom Träger gestellt werden. Ohne die Betriebserlaubnis können keine Kinder aufgenommen werden. (...)

Weiterlesen
Für die Betriebserlaubnis sind deine Qualifikationen/ dein Ausbildungszeugnis nachzuweisen. Weiterhin wird die fachliche Einbindung in den Träger erfragt. Für den FaE-Bereich haben wir haben ein Gesamt-Konzept  und zusätzliche Standort-Konzepte. Hier soll sich jede Einrichtung vorstellen und ihren fachlichen und strukturellen Hintergrund beschreiben - sowie die pädagogischen Methoden, die später in der Arbeit mit den Kindern Anwendung finden. Auch deine Wohnung wird begutachtet. Besonders wichtig ist hier die Größe des Kinderzimmers. Das Betriebserlaubnisverfahren organisiert die Bereichsleitung in Absprache mit dir.

Was schätzt du an deiner Arbeit in einer FaE?

„Ich bekomme fachliche Unterstützung durch die pädagogische
Fachberatung und die Bereichsleitung.“

„Ich kann meinen Alltag relativ frei gestalten.“

„Ich habe regelmäßige Teams und Supervisionen,
in denen ich mich und meine Arbeit reflektieren
und mir Rückhalt oder Rat suchen kann.


Welche Qualifikation und Voraussetzungen
brauche ich?

Um bei uns als Familienanaloge Einrichtung arbeiten zu können, brauchst du eine Ausbildung als Erzieher*in oder eine mindestens gleichwertige Qualifikation. (...)

Weiterlesen
Solltest du unsicher sein, ob deine Qualifikation ausreichend ist, können wir dies gern für dich überprüfen.

Ist meine Wohnung groß genug?

Alle Kinder und Jugendlichen leben in einem eigenen Zimmer, das mindestens 10qm groß ist. Der Wohnbereich (Küche, Wohnzimmer, Bad) wird in der Regel gemeinschaftlich genutzt. (...)

Weiterlesen
Je nach Bundesland oder Landkreis kann es hier jedoch noch weitere Vorgaben geben, welche wir gemeinsam prüfen. Sollte deine Wohnung nicht den Anforderungen genügen, unterstützen wir dich gern bei der Wohnungssuche und nutzen unsere Kontakte zu Wohnungsbaugesellschaften.

Was bedeutet das finanziell?

Die Aufnahme von einem oder zwei Kindern entspricht der Arbeit einer Vollzeitstelle. Hinzu kommt eine Zulage für den Dienst außerhalb der regulären Arbeitszeiten. (...)

Weiterlesen
Du erhältst zudem für jedes Kind einen monatlichen Betrag, welcher die Lebenshaltungskosten wie Miete, Verpflegung, Kleidung und Ausflüge deckt. Für die Kinder ist ein Taschengeld vorgesehen, das altersmäßig gestaffelt ist. Für konkrete Zahlen sprich uns gern direkt an.

Habe ich auch mal Urlaub?

Definitiv JA! Denn jede*r braucht mal Zeit, um sich zu erholen und wieder zu Kräften zu kommen, gerade in einem so intensiven und anspruchsvollen Arbeitsfeld wie der Jugendhilfe. (...)

Weiterlesen
In der praktischen Umsetzung haben wir mehrere Modelle entwickelt, welche je nach Entwicklungsstand des Kindes und den Voraussetzungen in der familienanaloge Einrichtung zum Einsatz kommen.
Es gibt unter anderem jedes Jahr eine Kinder-Sommerreise. Die Betreuung kann zeitweise eine unserer Wohngruppen übernehmen oder wir finanzieren eine*n Ehrenamtler*in.

Was passiert bei Krisen?

Krisen gehören zum Leben und insbesondere zur Jugendhilfe dazu. Hierbei wirst du eng von der Leitung begleitet und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Du bleibst dabei stets erste Ansprechpartnerin für die Kinder und Jugendlichen. (...)

Weiterlesen
Die Kommunikation nach außen hingegen - zu den Eltern oder zum Jugendamt - kann zeitweise die Leitung übernehmen. Wir finden gemeinsam Lösungen, die für das Kind und für dich tragfähig sind.
Auch der Austausch und die Beratung im Team helfen, neue Perspektiven zu öffnen. Du kannst auch eine Supervision in Anspruch nehmen, damit eine Krise gut reflektiert werden kann. Viele der Kolleg*innen können bereits auf langjährige Berufserfahrung zurückgreifen, hilfreiche Impulse oder auch konkrete Hilfestellungen geben. Wir regen unser Kolleg*innen-Team gerne zum Austausch an.

Was ist der Unterschied zu Pflegeeltern?

Pflegeeltern sind ehrenamtliche Personen ohne eine pädagogische Ausbildung. (...)

Weiterlesen
Sie müssen ihren Lebensunterhalt unabhängig vom Pflegekind erwirtschaften und werden nur grobmaschig begleitet. Sie erhalten keine Betriebserlaubnis.

Was braucht es noch in deinem Job?

„Man sollte bereit dafür sein, dass viele Menschen eine Meinung haben,
zum Job, zum aufgenommenen Kind, zu Erziehung.“

„Das Bewusstsein, das man nicht jedem helfen kann.
Manchmal muss man auch loslassen,
wenn man merkt, diesen Menschen kann ich nicht tragen.“

„Man sollte wissen, dass man eine öffentliche Einrichtung ist
und als solche auch fremden Menschen die eigenen Tore zu öffnen hat,
sei es der obersten Erlaubnisbehörde,
dem Jugendamt oder den Verfahrensbeiständen der Kinder.“



Hilfeform

§34, 35a, 41 SGB VIII
Familien­analoge Angebote


Kontakt

Anfragen zur Belegung der freien Plätze und zum Berufsbild familienanaloge Einrichtung:

Isabelle Träger
Mobil 0176 –15900186
Email i.traeger@jakus.org
Bülowstr. 52
10783 Berlin

Ansprechpartnerin Erziehungswohngruppen


Silke Ude-Schäufele
Tel. 030 - 521 348 466
Mobil 0157 - 308 362 67
Email s.ude-schaeufele@jakus.org
Bülowstr. 52
10783 Berlin

Bereichsleitung Erziehungswohngrupppen


Anfragen zur Belegung der freien Plätze und zum Berufsbild familienanaloge Kriseneinrichtung:

Anja Michalske

Mobil 0176-15889017
Email: a.michalske@jakus.org
Bülowstr. 52
10783 Berlin