Wohngruppe Thea


Blick vom Balkon auf die S-Bahn
Neueröffnung am 15. August 2021

Die Wohngruppe Thea ist eine familienanaloge, geborgene, partizipative sowie beziehungs-  und bindungsstarke Wohngruppe, in der eine langfristige Betreuung und Begleitung von Kindern sowie auch eine Zusammenarbeit mit den Herkunftsfamilien möglich ist.

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren, die aus unterschiedlichen Gründen vorübergehend oder auf längere Sicht nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können,

  • die in einer kleinen Gruppe und einem überschaubaren Rahmen durch die Verbindung von Alltagserleben und pädagogischen Angeboten zu fördern sind,

  • die kontinuierlichen Beziehungsangebote benötigen,

  • mit Entwicklungsverzögerungen oder auffälligem Verhalten

  • mit psychischen Beeinträchtigungen, Krankheiten oder Behinderungen, ggf. i.V.m. §35a SGB VIII.

  • deren Integration in Schule/Ausbildung, Nachbarschaft und Freizeitgestaltung mit einem erhöhten Betreuungsaufwand verbunden ist.

Ab einem Alter von 12 Jahren kann eine weiterführende Hilfe durch Vorort vorhandene Angebote erfolgen, z.B. in die im Haus benachbarten Angebote der Wohngruppe Frieda oder entsprechende Einrichtungen von JaKuS und anderen Trägern, wenn bis dahin keine Lösung innerhalb der Herkunftsfamilie erreicht werden konnte. Diese Übergänge, vor allem die innerhalb des Hause, werden mittelfristig angebahnt, nutzen die Nähe der Einrichtungen im Haus, ermöglichen anhaltende Kontakte zu Bezugspersonen und werden entsprechend der individuellen Hilfeplanung umgesetzt.

Ziele

Die Zielsetzungen für jeden einzelnen Hilfeverlauf leiten sich aus den §§ 27 i. V. m. 34 und 35a SGB VIII ab. Sie werden mit den jeweiligen Familienmitgliedern und dem Jugendamt im Rahmen der Hilfeplanung entwickelt. Davon ausgehend, dass die Gründe für die Unterbringung eines Kindes im familiären Umfeld liegen (Überforderung der Eltern, Grenzüberschreitungen, Trennungssituationen, Gewalterfahrungen) und zu auffälligem Verhalten der Kinder und Jugendlichen führen können, nehmen wir eine systemische und lösungsorientierte Arbeitsweise ein, die es uns erlaubt, auf diese Zusammenhänge einzugehen. Daraus ergeben sich folgende allgemeine Ziele:

  • Unterbringung in einer Gruppe von sieben Kindern und Jugendlichen zur Entlastung des Kindes und des Familiensystems in einer Krisensituation

  • Schutz und Gefahrenabwehr

  • Förderung der individuellen und sozialen Entwicklung des Kindes

  • kontinuierliche und vertrauensvolle Betreuung der Kinder in allen Lebenssituationensichern

  • aktive Förderung bestehender Bindungen zur Herkunftsfamilie und zum familiären Umfeld – kristallisiert sich im Hilfeverlauf die Möglichkeit einer Rückführung in die Herkunftsfamilie heraus und ist von allen Beteiligten gewollt, wird der Prozess durch eine zusätzliche sozialpädagogische Fachkraft begleitet und unterstützt.

Die Zielentwicklung orientiert sich an folgenden Leitlinien:

  • Gestaltung von Entwicklungsräumen für die Kinder und Jugendlichen
  • Stabilisierung der familiären Situation

  • Schrittweise Stärkung der Elternkompetenz und gegeben falls die Rückführung in die Herkunftsfamilie

  • Unterstützung kreativer Lebensentwürfe als Anpassungsleistung an gesellschaftliche Veränderungen.

Teamarbeit

Das Team ist geschlechtsparitätisch, interkulturell und interdisziplinär besetzt. Die Arbeit im Team verfolgt das Ziel, auf der Grundlage verschiedener Kompetenzen Erklärungsmodelle für menschliches Verhalten zu beschreiben und handlungsorientierte Konzepte zu entwickeln, die erweiterte Sichtweisen und Handlungsspielräume eröffnen. Die Fachkräfte arbeiten mit folgendem Grundverständnis:

  • gemeinsame Verantwortung in der Arbeit mit den Kindern und ihren Familien

  • den Anderen verstehen, akzeptieren und in seiner Arbeit würdigen

  • die entwickelten Aufträge der Hilfeempfänger als gemeinsame zu verstehen

  • die Bereitschaft aller am Prozess Beteiligten, sich mit den Erkenntnissen aller Fachdisziplinen gleichberechtigt auseinanderzusetzen und unterschiedliche Sichten anzuerkennen

  • respektvoller Umgang mit dem Wissen des Anderen.

Rahmenbedingungen

Die Wohngruppe bietet sieben Einzelzimmer. Alle Zimmer, die Bäder, die offene Küche, ein Gemeinschaftsraum sowie das Erzieher-Schlafzimmer und ein Büro- und Besprechungsraum befinden sich in der ersten Etage eines neu errichteten Hauses am Quartier der Schöneberger Linse. Die Kinder und Jugendlichen finden Bedingungen vor, die ihnen die nötige Ruhe geben, wenn sie aus einer krisenhaften Situation in die Einrichtung kommen. Die Räumlichkeiten und das Gebäude sind dem entsprechend hell und freundlich gestaltet.