Aktuelles

Sozialpädagogische Familienhilfe aus Sicht von Kindern und Jugendlichen

Neue Studie der Stiftung Universität Hildesheim in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Berlin und paritätischen Mitgliedsorganisationen im Feld Jugendhilfe

Seit Jahren steigen die Fallzahlen in nahezu allen Leistungsbereichen der Erziehungshilfen, ob ambulant oder in der Fremdunterbringung.

Eine seinerzeit mit der „Ambulantisierung“ von Hilfen zur Erziehung verbundene „Hoffnung“ der Verringerung von stationären Hilfen ist empirisch nicht nachweisbar. Die Heimerziehungsforschung (auch im internationalen Kontext) setzt sich in den letzten Jahren zudem stark mit Beteiligung, Kinderrechten und Schutzkonzepten auseinander. Im ambulanten Feld sind diese Aspekte noch weitgehend unerforscht.

Sozialpädagogische Familienhilfe (§ 31 SGB VIII) ist eine wichtige ambulante niedrigschwellige Hilfe für die Familien und Kinder. Sie soll zur Verbesserung von Entwicklungsbedingungen beitragen. Sie ist aber auch als Intervention in den individuellen Alltag und sensiblen Eingriff in die höchst persönlichen Rechte von Kindern und Jugendliche einzustufen. Deshalb ist davon auszugehen, dass Kinder und Jugendliche unterschiedliche Perspektiven auf die Hilfen haben.

In einem gemeinsamen Forschungsverbund möchten die beteiligten Hauptakteure aus der Hochschul- und Praxislandschaft die Sozialpädagogische Familienhilfe aus Sicht von Kindern und Jugendlichen beleuchten und als Basis einer wichtigen Stärkung der ganz persönlichen Rechte und dem Schutz von Kindern in ambulanten Hilfen untersuchen.

Die Studie ist ausdrücklich nicht als Wirkungsstudie im Sinne eines Legitimationsnachweises angelegt. Vielmehr wird das sozialpädagogische Modell von Wirkungen der Familienhilfe aus Kindersicht konstruiert. Darin werden „Familien als Prozesse“ verstanden und die jeweils individuelle Dynamik in Familienkonstellationen besonders akzentuiert.

Die Stiftung Universität Hildesheim führt die Studie in Kooperation mit Evangelischen Hochschule Berlin, KJSH - Kinder- und Jugendhilfe-Verbund Berlin-Brandenburg, JaKuS – Perspektiven für junge Menschen und IBEF – ambulante Hilfen im Sozialraum durch. Der Paritätische Wohlfahrtsverband LV Berlin unterstützt diese Studie finanziell. Sie ist auf zwei Jahre angelegt und soll nach Abschluss Anregungen zur Reflexion bestehender Maßnahmen und Konzepte sowie zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Sozialpädagogischen Familienhilfe liefern.

Ansprechpartner*innen bei JaKuS zu diesem Thema sind Udo Buschendorf und Astrid Knippel


Neue Wohngruppe Thea

Blick vom Balkon

Am 15. August 2021 eröffnet JaKuS eine neu Wohngruppe für Kinder und Jugendliche im neugebauten Stadtquartier Schöneberger Linse. Die Wohngruppe Thea bietet sieben Einzelzimmer. Alle Zimmer, die Bäder, die offene Küche, ein Gemeinschaftsraum sowie das Erzieher*innen-Schlafzimmer und ein Büro- und Besprechungsraum befinden sich in der ersten Etage des Hauses. Die Kinder und Jugendlichen finden Bedingungen vor, die ihnen die nötige Ruhe geben, wenn sie aus einer krisenhaften Situation in die Einrichtung kommen. Die Räumlichkeiten und das Gebäude sind dem entsprechend hell und freundlich gestaltet.

Details zur neuen Wohngruppe finden Sie hier.

Haus Schöneberger Linse   Blick in den Hof
Das Wohnhaus                                                                      Der Blick in den begrünten Hof


Erziehungswohngruppe in Mariendorf

Noch Ende 2020 hat JaKuS eine neue Erziehungswohngruppe in einer grünen Wohnanlage in Mariendorf eröffnet. Die EWG trägt den Namen Fritzi.  In diese familienanaloge Gruppe zogen zu Beginn drei Geschwisterkinder zwischen 11 und 14 Jahren ein. Jetzt ist das Team neben dem innewohnenden Pädagogen durch zwei zugehende Mitarbeiterinnen mit langjährigen Erfahrungen in familienanalogen Wohngruppen komplettiert. Diese bringen zudem vielfältige interkulturelle Erfahrungen und künstlerische Fähigkeiten mit, wodurch das Angebot von künstlerischen Aktivitäten und Kochen und Backen, auch von internationalen Gerichten, erweitert wurde.

Wohnanlage der EWG Fritzi

Das großzügige Reihenhaus mit Garten in der weitläufigen Wohnanlage mit vielen Kindern und anderer Wohngruppen lässt auch Platz für weitere Planungen. Haustiere könnten vielleicht auch mit aufgenommen werden. Ausreichend Auslauf ist jedenfalls vorhanden. Und das bei guter Verkehrsanbindung durch den nahegelegenen U-Bahnhof Alt-Mariendorf. Auch Gruppenausflüge können unternommen werden, da ein Kleinbus genutzt werden kann, der ausschließlich für die Wohngruppen da ist.

Ab sofort sind hier zwei weitere Plätze frei. Gerne auch für ein weiteres Geschwisterpaar ab Kindergartenalter bis Grundschulalter.

Das Angebot findet man hier


Traurige Nachricht

Stellungnahme zum Tod eines betreuten Jugendlichen

Im Februar ist ein Jugendlicher verstorben, der bei JaKuS im Betreuten Jugendwohnen gelebt hat. Er erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, die er bei einem tätlichen Angriff durch mehrere Personen erlitten hat. Die Angreifer sind inzwischen von der Polizei ermittelt und verhaftet worden und werden nun angeklagt.

Wir haben die Nachricht über den brutalen Angriff und den Tod des Jugendlichen mit Entsetzen, mit Fassungslosigkeit und Trauer aufgenommen. Auf diesem Weg verurteilen wir diese Gewalttat auf das Schärfste. Aus diesem traurigen Anlass positionieren wir uns als Träger mit allen Mitarbeiter*innen, Leitungskräften und dem Vorstand eindeutig gegen Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung. Unser tägliches Handeln in der Betreuung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien ist gekennzeichnet von Respekt, Toleranz und Verantwortung und wir werden auch weiterhin dafür einsetzen, unsere Gegenüber in ihrem derartigen Handeln zu befähigen und zu unterstützen.

Wir möchten der Familie des Jugendlichen unser aufrichtiges Beileid übermitteln.

Marta Majewska-Vaassen
Jens Wackrow
Geschäftsführung


Berlin-Tag 2021

Wir sind mit einem digitalen Stand auf dem diesjährigen Berlin-Tag vertreten. Interessierte Menschen können gerne bei uns vorbeischauen und sich von uns beraten lassen. Der Stand hat die Nummer T0027.


Neue Geschäftsführung bei JaKuS

Große Feierlichkeiten gab es nicht, im Oktober letzten Jahres. Auch wenn wir den Wechsel unserer Geschäftsführung gerne entsprechend gewürdigt hätten, ließ es das Pandemie-Geschehen im letzten Herbst nicht zu, die eigentlich geplante Feier durchzuführen.

Frieder Moritz ist nach 25 Jahren aus der Geschäftsführung ausgeschieden und kann dabei auf eine bewegte und erfolgreiche Zeit zurückblicken. Er bleibt JaKuS auch noch weiterhin erhalten, kümmert sich aber im Moment viel mehr um unsere neuen Projekte in der Schöneberger Linse (siehe unten).

Die neue Geschäftsführung hat unser langjähriger stellvertretender Geschäftsführer Jens Wackrow in der Position der pädagogischen Geschäftsführung übernommen, sowie Marta Majewska-Vaassen als kaufmännische Geschäftsführung. Als Tandem möchten sie sich nun gemeinsam auf die Herausforderungen stürzen, die sich einem Jugendhilfeträger in diesen und auch in zukünftigen Zeiten stellen.