Betreutes Jugendwohnen

JaKuS bietet ein breites Angebot unterschiedlicher Formen sozialpädagogischer Begleitung für Jugendliche und junge Erwachsene im Altersspektrum von 14 bis 21 Jahren. Die Auswahl des jeweils passenden Betreuungssettings erfolgt entsprechend der Problemlage, dem Entwicklungsstand des Jugendlichen und den gemeinsam mit dem Jugendlichen, dem Jugendamt und ggf. den Eltern erarbeiteten Zielen.  

Übergänge zwischen den Betreuungsformen können durch eine enge Zusammenarbeit der Fachkräfte des Trägers unaufwändig gestaltet werden. Die Hilfeangebote zielen auf das Erreichen von Selbständigkeit in allen Lebensbereichen. Gemeinsam mit den Jugendlichen werden Lösungswege erarbeitet, die nicht auf vordergründige Anpassung an gängige Normalitätskonzepte abzielen, sondern zur Entwicklung und Umsetzung von sozialverträglichen individuellen Lebensentwürfen führen sollen.

Elternarbeit begreift JaKuS im Betreuten Jugendwohnen als Eltern-Ergänzungs-Arbeit: Soweit möglich bleiben Eltern in der Verantwortung und übernehmen sie schrittweise immer mehr, wann immer das möglich ist. Näheres dazu haben wir im Konzept „Elternbetreutes Wohnen“ beschrieben.

Flexible Anpassung der Betreuungsdichte ist möglich, sowohl bei besonders intensivem Bedarf wie bei geringerer Betreuunsnotwändigkeit. Mit Gültigkeit der neuen Rahmenvereinbarung 2007 wird es dazu Regelungen auf Landesebene geben.

Für Clearingprozesse hat JaKuS eine gesonderte Angebotsbeschreibung erstellt.

Jugendwohngemeinschaften

Allen Tendenzen zunehmender Individualisierung zum Trotz: Gemeinsames Wohnen mit Gleichaltrigen ist immer noch gefragt bei Jugendlichen – es bietet beste Möglichkeiten, etwas über sich und andere zu lernen. Und Einsamkeit ist in WGen ein Fremdwort. Aber es strengt an, weil ständig Einigungen gefragt sind. Mann/Frau muss viel aushalten, weil andere eben anders sind.

Vier Wohngemeinschaften gibt es bei JaKuS, in denen gestritten, gelacht, gekocht und gelebt wird. Drei bis fünf Jugendliche wohnen in einer Wohnung zusammen, jede/r hat ein eigenes Zimmer. Sie werden von jeweils einer Frau und einem Mann betreut, die sich um Schule, Ausbildung, Ämterkontakte und individuelle Sorgen und Nöte kümmern. Die Regeln des Zusammenlebens werden von der Gruppe in Zusammenarbeit mit den Beratern festgelegt.

Aufgenommen werden Jugendliche ab dem 15. Lebensjahr beiderlei Geschlechts und jeder Nationalität, die in einer WG wohnen möchten.  Die BewohnerInnen sind am Neuaufnahmeprozess beteiligt.

Die JWGen unterhalten dauerhaft oder zeitweilig Außenplätze in kleineren Wohnungen, in die meist Jugendliche aus der Gruppe einziehen. Zum Teil werden Wohnungen im Hinblick auf die Verselbständigung angemietet und später den Jugendlichen überlassen.

Betreutes Einzelwohnen

Allein oder zu zweit wohnen Jugendliche im Betreuten Einzelwohnen. Jeweils fünf oder sechs Plätze bilden ein Projekt, das ebenfalls paarweise betreut wird. Die Wohnungen liegen jeweils in der Nähe eines Standorts, der als Gemeinschaftsraum, Treffpunkt für Gruppenabende und Einzelgespräche, sowie als Büro genutzt wird.

Die Pädagogen kümmern sich um die individuellen Belange der Jugendlichen und um Gruppenaktivitäten. Hierzu gibt es Einzelgespräche und individuelle Verabredungen sowie gemeinsame Freizeitaktivitäten und einen wöchentlichen Gruppenabend.

Wer ins Betreute Einzelwohnen bei JaKuS einziehen möchte, muss schon viel Selbständigkeit in der Alltagsgestaltung mitbringen. Für viele ist es anfangs dennoch schwer, allein und ohne die direkte Kontrolle und Hilfe von Erwachsenen zu leben. Voraussetzung für einen Einzug ist die Bereitschaft, mit den Beratern zusammenzuarbeiten und Probleme offen zu besprechen.