Projekt SiS – Soziale Gruppenarbeit im System


SiS2.0 Elternaktivierende Soziale Gruppenarbeit im System

unterstützt Familien, deren Kinder (1-18 Jahren) Verhaltensauffälligkeiten in der Schule, der Kita oder zu Hause zeigen. Das können Eltern sein, die selbst sagen, dass sie eine Unterstützung für ihr Kind brauchen, aber auch Familien, bei denen das Jugendamt, die Schule oder andere Institutionen den Eindruck haben, dass Unterstützung benötigt wird – auch im Kinderschutzbereich.

Das SiS2.0-Team besteht aus 3 Fachkräften, die eine Ausbildung nach dem Ansatz der Systemischen Interaktionsberatung – und Therapie (SIT) absolviert haben oder sich aktuell darin weiterbilden.

In der ersten Phase der Hilfe, der Auftragsklärung, besteht die Hauptarbeit der Mitarbeiter darin, eine Kooperationsbeziehung mit den Eltern aufzubauen und diese  zu unterstützen,  ihre Elternenergie (wieder) zu finden und ihre Erziehungskompetenz weiter zu entwickeln.

In Gesprächen und Rollenspielen arbeiten die Mitarbeiter mit den Eltern an der Veränderung von inneren Glaubenssätzen, die problemerzeugende Verhaltensmuster auslösen.

Der wesentliche Unterschied zu der klassischen Sozialen Gruppenarbeit besteht darin, dass die gestärkten Eltern dann selbst in das Handeln kommen und die Mitarbeiter sowie andere Eltern dafür als Unterstützung nutzen. Gemeinsam werden Lösungen für entstandene Schwierigkeiten im Umgang mit den Kindern erarbeitet und zuerst in Rollenspielen und dann in geeigneten Live-Situationen umgesetzt. Die Mitarbeiter begleiten im Hintergrund, beobachten  die Zustände der Eltern und die Interaktionsmuster zwischen diesen und ihren Kindern. Dabei achten sie darauf,  welches Erziehungsverhalten sich positiv auf das Kind auswirkt und welches eher die unerwünschten Verhaltensweisen des Kindes erzeugt oder verstärkt.

So ist bei SiS2.0  aus der Kindergruppe eine Familiengruppe geworden, in der die Eltern verantwortlich für die Kinder sind. In den Vor- und Nachbereitungsrunden der Familiengruppe moderieren die Mitarbeiter die Rückmeldungen der Eltern untereinander und geben dabei eigene Impulse in die Runden.

Zusätzlich gehen die Mitarbeiter auch in das Lebensumfeld der Familien. Hier können Alltagssituationen beobachtet, begleitet und als Übungsfeld genutzt werden, um  individuelle Unterstützungsmöglichkeiten gemeinsam mit den Familien  zu erarbeiten. Die  individuelle Hilfeform eignet sich auch im Kinderschutzbereich. Durch die genaue Analyse der Familiensituation und einer guten Abstimmung mit dem zuständigen Jugendamt können Aufträge erarbeitet und umgesetzt werden.

Die Synchronisierungaller Beteiligten, insbesondere anderer  Helfer oder Institutionen, sehen die Mitarbeiter als ihre Aufgabe im Hilfeprozess. Um einen wirkungsvollen und nachhaltigen Hilfeverlauf zu gewährleisten, wird mit den Beteiligten ein gemeinsamer Plan erarbeitet, der die Eltern in der Entwicklung ihrer Erziehungskompetenz unterstützen soll. 

SiS2.0 versteht im wahrsten Sinne des Wortes als Projekt und möchte eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Angebotes für Familien erreichen. Gemessen an den erfolgreichen Veränderungen werden Prozesse fortwährend beobachtet und nach ihrer Wirkungsweise überprüft. 

§§

SiS wird auf elterlichen Antrag durch das Jugendamt Friedrichshain – Kreuzberg bewilligt. Die rechtliche Grundlage bildet eine Kombination aus „Sozialpädagogischer Familienhilfe“ und „Sozialpädagogischer Gruppenarbeit“ (§31 und 29 SGB VIII)