Seit Dezember 2007 bietet Impuls - die erste vollstationäre familienaktivierende Wohngruppe von JaKuS acht Plätze für Kinder und Jugendliche - und ihre Familien. In der gemischtgeschlechtlichen Gruppe leben Kinder und Jugendliche im Alter von in der Regel zehn bis 15 Jahren.
Die Kinder und Jugendlichen finden hier vorübergehend einen betreuten Wohnplatz in Doppel- oder Einzelzimmern in einem alleinstehenden Wohnhaus mit großem Garten. Sie werden in einer akzeptierenden und wohlwollenden Atmosphäre mit klaren Regeln und Konsequenzen von einem Team pädagogischer Fachkräfte und einer Hauswirtschafterin rund um die Uhr betreut. Der strukturierte Tages- und Wochenablauf sowie das verständnisvolle und konsequente Handeln der Fachkräfte geben den Kindern und Jugendlichen einen Rahmen und Orientierung.
Gleichzeitig bleiben die Eltern soweit möglich in der Verantwortung für ihre Kinder und die pädagogischen Fachkräfte stimmen sich zu wichtigen Entscheidungen und Vorgängen mit ihnen ab. Sie unterstützen ihre Kinder z.B. bei den Hausaufgaben, planen mit ihnen Freizeitaktivitäten oder helfen den Kindern in den Räumen der Einrichtung Ordnung zu halten.
Die Eltern sind eingeladen, sich am Alltag der Wohngruppe zu beteiligen und sich und ihre Kinder in alltäglichen Situationen zu erleben. So können Situationen mit ihren Kindern in der Wohngruppe als „Trainingsräume“ genutzt werden. Hierzu bieten die Fachkräfte in individuell erstellten Zielvereinbarungen Coaching und Feedback an.
Kinder und Eltern erhalten durch die stationäre Unterbringung zum Einen Abstand zu den als belastend empfundenen Situationen und Konflikten im familiären Zusammenleben. Zum anderen können die Eltern überlegen, was passieren müsste, damit ihr Kind wieder mit ihnen zusammen leben kann. Gemeinsam mit den Fachkräften klären sie, welche Unterstützung sie benötigen, damit sie selbst ihre Ziele erreichen können.
Die Impuls-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen sich als Ansprechpersonen für die ganze Familie. Dabei entwickeln sie Haltungen und wenden fachliche Vorgehensweisen der systemischen Interaktionstherapie (SIT) an. Sie kennen den Sozialraum mit seinen Ressourcen und Angeboten, die für die Familien nutzbar gemacht werden können.
Wenn eine Rückführung erfolgen soll, wird diese vorbereitet und begleitet und kann im Bedarfsfall auch ambulant unterstützt werden. Falls eine Rückführung nicht möglich sein sollte, wird nach geeigneten Alternativen gesucht.
Wesentlicher Bestandteil der SIT-Arbeit mit den Eltern ist die Unterstützung durch andere Eltern, die ähnliche Krisen hatten und erfolgreich meistern konnten. Mit den jeweils aktuell beteiligten Eltern der Gruppe wird der Aufbau eigener Selbsthilfestrukturen gefördert. In der regelmäßigen, angeleiteten Elterngruppe üben die Eltern Alltags-Situationen in Rollenspielen.
